Eigene Supplement-Marke gründen: Schritt-für-Schritt-Anleitung 2026
Von Scale1 Team · Aktualisiert · 3 Min. Lesezeit
Kurze Antwort
Um eine eigene Supplement-Marke zu gründen, wählst du eine klare Nische, suchst fertige Private-Label-Produkte ohne Mindestbestellmenge aus, bringst deine Marke auf die Verpackung, kalkulierst Preise mit Spielraum fürs Marketing, eröffnest einen Onlineshop mit Checkout und bewirbst ihn bei einer Zielgruppe. Mit einer Plattform ohne Lager schaffst du die Einrichtung an einem Nachmittag.
Schritt 1: Nische und eine klare Zielgruppe wählen
Wer heute eine eigene Supplement-Marke gründen will, trifft auf einen hart umkämpften Markt – „Vitamine für alle“ funktioniert für eine neue Marke deshalb selten. Wähle eine Zielgruppe und ein Problem, das du verstehst. Gute Ausgangspunkte sind Nischen, zu denen du selbst gehörst: deine Fitnessstudio-Community, frischgebackene Eltern, Läuferinnen und Läufer, Menschen, die besser schlafen wollen, oder eine Skincare-Zielgruppe.
Schreib einen Satz: „Ich helfe [Zielgruppe] bei [Ziel] mit [Produkt].“ Wenn du ihn nicht ausfüllen kannst, grenze die Nische weiter ein. Unser Ratgeber zu den besten Supplement-Nischen für Gründer zeigt Optionen mit ihren Vor- und Nachteilen.
Schritt 2: Fertige Private-Label-Produkte aussuchen
Für den Start brauchst du keine eigene Rezeptur. Private-Label-Produkte (auch White Label genannt) sind bewährte Rezepturen eines Herstellers, die du unter deiner eigenen Marke verkaufst. Klassische Einstiegsprodukte sind Magnesium, Kreatin, Kollagen, Omega-3, Greens-Pulver, Protein und Multivitamine.
Für deine erste Marke sind zwei Dinge am wichtigsten:
- Keine Mindestbestellmenge. Klassisches Private Label verlangt oft, dass du Hunderte Einheiten pro Produkt kaufst. Lieferanten nach dem Print-on-Demand-Prinzip produzieren und versenden pro Bestellung – du startest also ganz ohne Lagerbestand.
- Versandfertig. Wähle Produkte, die der Lieferant bereits herstellt und versendet. So kannst du sofort starten, statt auf eine Produktion zu warten.
Wie das im Detail funktioniert, liest du in Private-Label-Nahrungsergänzungsmittel: der komplette Einsteiger-Ratgeber.
Schritt 3: Deine Marke erstellen
Deine Marke ist das, was wirklich dir gehört. Du brauchst:
- Einen Namen, der sich leicht aussprechen, schreiben und merken lässt – und der in deinem Markt nicht schon als Marke geschützt ist (prüfe z. B. die Register von DPMA, EUIPO oder dem österreichischen Patentamt).
- Ein schlichtes Logo. Eine klare Wortmarke (dein Name in einer starken Schrift) reicht für den Start.
- Einen Etikettenstil, der zu deiner Zielgruppe passt: klinisch und minimalistisch, sportlich und kräftig oder sanft und natürlich.
Scale1 schlägt dir Markennamen vor, prüft, ob eine Shop-Adresse frei ist, und bringt dein Logo für dich auf die Produktverpackung.
Schritt 4: Preise festlegen
Rechne von deinen Kosten aus rückwärts. Addiere für jedes Produkt Produkt- und Versandkosten und schlage deinen Wunschgewinn auf. Beispiel: Wenn Produkt und Versand zusammen etwa 12 USD kosten, bleiben dir bei einem Preis von 39 USD rund 27 USD pro Verkauf – vor Zahlungsgebühren und Marketing. Denk daran, dass du Endkunden in der EU Preise inklusive Umsatzsteuer anzeigst. Der Ratgeber zur Gewinnspanne bei Nahrungsergänzungsmitteln und der Gewinnrechner zeigen dir, wie du rechnest.
Schritt 5: Deinen Onlineshop starten
Dein Shop braucht Produktseiten mit klaren Fotos und ehrlichen Beschreibungen, einen Checkout für Karten und Wallets, Versandregeln und Rechtstexte (Versand, Widerruf und Rückerstattung, Datenschutz, AGB, in Deutschland und Österreich auch ein Impressum). Das kannst du selbst auf einer allgemeinen Plattform wie Shopify mit Apps bauen oder einen All-in-one-Baukasten nutzen. Einen fairen Vergleich findest du in Scale1 vs. Shopify für Supplements.
Schritt 6: Deine ersten Kunden gewinnen
Starte dort, wo man dir schon vertraut: Freunde, Follower, dein Fitnessstudio, dein Newsletter oder deine Kundschaft. Frag deine ersten Käuferinnen und Käufer, was ihnen gefällt und was sie zögern ließ. Wähle dann einen Wachstumskanal und bleib konsequent dran, zum Beispiel kurze Videos, eine Kooperation mit Creatorn oder Inhalte für die Suche.
Regeln und Verantwortung
Nahrungsergänzungsmittel sind regulierte Produkte. In der EU gelten dafür unter anderem die Richtlinie 2002/46/EG und für gesundheitsbezogene Angaben die Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 (Health-Claims-Verordnung). In Deutschland muss jedes Nahrungsergänzungsmittel vor dem ersten Inverkehrbringen beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) angezeigt werden; für Österreich, Luxemburg und Liechtenstein prüfst du die jeweiligen nationalen Regeln. In der Praxis heißt das: Behaupte nie, dass ein Produkt eine Krankheit heilt, lindert oder verhindert, bleib bei Aussagen, die das Etikett und die zugelassenen Health Claims abdecken, und prüfe die Vorschriften der Länder, in die du verkaufst. Für deine Gewerbeanmeldung und deine Steuern bist du als Shop-Betreiber ebenfalls selbst verantwortlich. Dieser Ratgeber ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
Wie lange dauert es, eine eigene Supplement-Marke zu gründen?
Mit einer Plattform ohne Lager kommst du an einem Nachmittag von der Idee zum fertigen Shop: etwa 30 Minuten für den Shop selbst, dazu die Zeit für Nische und Namen. Regelmäßige Verkäufe brauchen länger und hängen von deinem Marketing ab.
Häufige Fragen
Kann ich eine Supplement-Marke ohne Geld gründen?
Du kannst mit sehr wenig starten. Mit Lieferanten ohne Mindestbestellmenge kaufst du keine Ware ein; deine Hauptkosten sind also die Shop-Plattform (zum Beispiel Scale1 für 49 USD pro Monat) und Marketing. Mehr dazu: Was kostet es, eine Supplement-Marke zu gründen?
Brauche ich eine eigene Rezeptur?
Nein. Die meisten neuen Marken starten mit bewährten Private-Label-Rezepturen und entwickeln eigene Rezepturen erst, wenn sie regelmäßig verkaufen und wissen, was ihre Kundschaft will.
Brauche ich eine Genehmigung, um Nahrungsergänzungsmittel zu verkaufen?
Das hängt vom Land ab, in dem du sitzt und verkaufst. In vielen Ländern brauchst du ein angemeldetes Gewerbe, und manche verlangen eine Meldung pro Produkt. In Deutschland gibt es keine Zulassung, aber eine Anzeigepflicht beim BVL vor dem ersten Inverkehrbringen. Prüfe die Regeln vor Ort oder lass dich beraten, bevor du startest.
Muss ich ein Gewerbe anmelden?
Wenn du in Deutschland oder Österreich regelmäßig Produkte mit Gewinnabsicht verkaufst, brauchst du in der Regel eine Gewerbeanmeldung bzw. Gewerbeberechtigung. Die Details hängen von deiner Situation ab – informiere dich bei deiner Gemeinde, der IHK oder der WKO. Das ist keine Rechtsberatung.
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